Bildungsdemo am 17.11.2010: Gemeinsam für eine bessere Bildungspolitik!
Geschrieben von: Lucas Proehl Montag, den 15. November 2010 um 00:11 Uhr

Informationen zur Route findet Ihr hier
Diesen Mittwoch findet ab 12 Uhr am Kirchplatz eine gemeinsame Demonstration von SchülerInnen, Studierenden und Auszubildenden gegen die desolate Bildungspolitik in Deutschland statt. Nach den größten studentischen Protesten seit Jahren im Rahmen des Bildungsstreiks, welcher im Dezember 2009 seinen Höhepunkt erreichte, reagierten Verantwortliche in Politik und an den Hochschulen mit einer selbstgefälligen Arroganz, die an Unverfrorenheit kaum zu übertreffen ist.
Viele der erreichten Freiheiten des Bildungsstreiks werden Stück für Stück von Dekanaten und Hochschulverwaltung wieder zurückgenommen, in einigen Fachbereichen werden trotz beschlossener reduzierter Anwesenheitspflicht Studierende aus Seminaren geworfen, wenn sie bei mehr als zwei Veranstaltungen fehlen, außerdem gibt es Fälle von Exmatrikulationen, die ohne rechtliche Grundlage geschehen sind. Doch die Besetzungen und Demonstrationen vom vergangenen Jahr zeigen, dass Proteste auch zu Erfolgen führen können: Viele Studienordnungen wurden dank der Forderungen erneuert, der Platzmangel am Campus Philosophikum II etwas eingedämmt und die untragbaren Bedingungen bei den Sportwissenschaften zumindest marginal verbessert. Gerade was derartige Themen angeht, lohnt es sich nicht nachzugeben und für bessere Studienbedingungen zu kämpfen!
Die Politik, allen voran die Schwarz-Gelben Bundes- und Landesregierungen, machte vor Kürzungen im Sozial- und Bildungssektor auch 2010 keinen Halt: Bildungsministerin Schavan glänzte bislang durch leere Versprechungen und Worthülsen ohne den Bildungshaushalt 2010 auszuschöpfen und die Hessische Landesregierung hat nicht davor zurückgeschreckt, rund 79 Millionen Euro bei den Hochschulen und Schulen zu kürzen – ungeachtet des riesigen Widerstandes von Hochschulpräsidien, Angestellten, SchülerInnen, Studierenden und vielen mehr. Während in den Medien und der Politik zum Teil fadenscheinige Diskussionen über Integration geführt werden, haben die Verantwortlichen bereits seit langer Zeit den Bezug zur Realität verloren und tun viel zu wenig für den leichteren Einstieg von sozial Benachteiligten in weiterführenden Schulen und Hochschulen.
An den Schulen in Hessen sollen dank G8 SchülerInnen den Lernstoff mehrerer Jahre in kürzerer Zeit lernen und werden durch eine höhere Zahl von Klausuren stärker unter Druck gesetzt. An den Hochschulen erwartet uns in der Folge in den kommenden Jahren eine viel höhere Zahl an ErstanfängerInnen, für die aufgrund der Mittelkürzungen weniger Raum zur Verfügung stehen wird!
Ein solches Verhalten der Verantwortlichen darf nicht unkommentiert bleiben:
Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) ruft alle Studierenden dazu auf, gemeinsam mit SchülerInnen und Auszubildenden für eine bessere Bildungspolitik zu demonstrieren und ein Zeichen gegen die Willkür der EntscheidungsträgerInnen zu setzen. Die Studierenden treffen sich um 10.45 Uhr an der Bushaltestelle Rathenaustraße um eine Vollversammlung mit anschließendem Spaziergang zur Demonstration durchzuführen. Die Demonstration beginnt um 12 Uhr am Kirchplatz in der Gießener Innenstadt und wird vom Offenen Bildungsbündnis Gießen, welches aus SchülerInnen und Studierenden besteht, organisiert.
Weitere Informationen erhaltet Ihr unter: http://bildung-macht-aufruhr.de/startseite.html
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