Studentenproteste in Chile

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Der AStA der JLU Giessen erklärt sich solidarisch mit den Bildungsprotesten in Chile!

Santiago de Chile.Vor wenigen Tagen, mittlerweile hat es der Nachrichtenfuror wieder aus den Schlagzeilen verdrängt, haben sich in weiten Teilen von Chile ungeheuerliche Szenen abgespielt. Für einige Stunden schien es, Präsident Piñera habe Pinochets besiegt geglaubte Diktatur wiederauferstehen lassen. Die chilenische Militärpolizei ging gewaltsam gegen nunmehr schon 2 Monate andauernde Proteste gegen den Bildungsnotstand in dem lateinamerikanischen Land vor und verhaftete über 550 meist junge Menschen. Kritik kam nicht nur von linken Kräften und Menschenrechtlern, auch die UNESCO wandte sich gegen die krude Gewaltanwendung gegen Schüler und Jugendliche, womit die noch junge Demokratie gegen das 1990 unterschreibende Kinderschutzgesetz verstoße. Das pikante: Mit einem "Basta" Spruch hatte Piñera nach noch aus der Militärdiktatur stammenden Gesetzen die Demonstrationen verboten und das unter dem scheinheiligen Vorwurf, die chilenische Bevölkerung habe nun genug vom Protest. Doch schien es, dass es sich dabei um eine Fehleinschätzung handelte, so solidarisierten sich doch viele Familien mit ihren demonstrierenden Kindern und begleiteten sie auf ihrem Protestmarsch, der im Verlauf der Versuche, das durchaus zweifelhafte Verbot durchzusetzen, zu Handgemengen und der Errichtung von Barrikaden durch die Demonstranten führte. Höhepunkt war die Erstürmung eines Fernsehsenders durch die Demonstranten, der erst wieder verlassen wurde, als die Botschaft der Demonstranten verlesen worden war.

Der Kampf für eine bessere Bildung ist immer ein guter und gerechter Kampf, der führ wahr die Pflicht hat, Gesetzen, die Altlasten aus einer Diktatur sind, keine Beachtung zu schenken! Besonders wenn jahrelang privat finanzierte Schulen bevorzugt Fördergelder abgreifen konnten und durch die chronische Unterfinanzierung staatlicher Universitäten eine gute Ausbildung sogar unmittelbar vom Vermögen der Eltern abhängig ist! Dies ist einer der Gründe, der dazu geführt hat, dass Chile eins der Länder ist mit der größten Abhängigkeiten zwischen Einkommen der Eltern und Bildung ist. Egal wann der nächste Bildungsprotest in Giessen oder Deutschland kommt, es ist klar, dass ähnliche Probleme, die aus grundlegenden, strukturellen Problemen der Gesellschaft und Wirtschaft dieser Welt erwachsen überall geführt werden und es bei einer globalen Problematik auch eine globale Solidarität geben muss!

Euer HoPo-Referat

 

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