Sperrgebiet Vorplatz Hauptgebäude
Geschrieben von: Alexander Lübcke Montag, den 22. August 2011 um 13:12 Uhr
Ein Erlass der Universität will „Wildpinklern“ am Universitätshauptgebäude den Kampf ansagen, resultiert aber mit steigender Tendenz in Nötigungen durch den Sicherheitsdienst.
Wer ab dem 17.6. diesen Jahres zur falschen Zeit auf dem Vorplatz des Hauptgebäudes verweilt, wird nicht schlecht staunen, wenn der Sicherheitsdienst der Universität aus heiterem Himmel einen Platzverweis ausspricht.
Am Abend des besagten Tages wurde eine Kommilitonin vom Sicherheitsdienst des Platzes verwiesen. Auf Nachfrage wurde ein Erlass der Universität genannt, welcher den Sicherheitsdienst vergattert, Menschen vom Vorplatz zu treiben.
Auf dem 'Jour Fixe' zwischen AStA und Präsidenten wurde die Sache nach Hinweisen aus der Studierendenschaft angesprochen, welche bestätigt und wortreich gerechtfertigt wurde.
So soll zu besagtem Erlass geführt haben, dass Hinz und Kunz vor dem Eingang regelmäßig (Bier-) Flaschen zerstören. Außerdem wurde von Seiten der Universität ein ziemlich starker »Fäkalterror« (danke an D. Für diesen Begriff) diagnostiziert. So werde nicht nur gegen die Hausmauern uriniert, sondern auch täglich benötigte Versorgungsschnittstellen als auch der Briefkasten des Öfteren mit Fäkalien verunreinigt. Den Ausführungen des Präsidenten konnte entnommen werden, dass rechtliche Maßnahmen gegen den Kiosk - Betreiber fruchtlos enden könnten, weshalb man meint sich zu diesem Erlass genötigt zu sehen.
Den Bekundungen des Präsidenten nach dürfen sich auch weiterhin Menschen nach 20 Uhr auf dem Vorplatz aufhalten, Platzverweise sollen nur bei unzivilisiertem Verhalten oder eben Wildpinkelei ausgesprochen werden.
In den Tagen nach dem 'Jour Fixe' gingen weitere Meldungen über Platzverweise ein, jedoch nicht von „Chaoten“ Ein Augenzeugenbericht vom 5. August:
Moin,
gestern Abend ziemlich genau um 22 45 wurden wir von einem Menschen einer Sicherheitsfirma aufgefordert den platz zu verlassen. Als wir gefragt haben, ob wir uns nicht mal mehr auf die Bänke setzten dürften verneinte er dies und drohte uns an die Polizei zu rufen wenn wir nicht verschwänden.
Wir blieben noch einen Moment da, er telefonierte mehrmals mit der Polizei, dann sind wir gegangen.
Außerdem schickte er alle die auf dem platz saßen vor den Kiosk, der jedoch dann von der Polizei strafen bekommt, da sich nicht mehr als 5 (?) Personen vor einem Kiosk aufhalten dürfen.
Auf die frage, warum wir nicht da sitzen dürfen antwortete er, dies sei der Befehl vom Uni-Direktor und wir können ja auch einen anderen schönen platz in Gießen besuchen.
LG
Verglichen mit anderen Augenzeugenberichten fällt eine Vielfalt von Geschehnissen auf, die den Sicherheitsdienst veranlassen einen Platzverweis auszusprechen; Es wird daher eine vage Weisung von der Universität samt Ermessensspielraum unterstellt, der möglicherweise ein Quell von Willkür sein könnte.
Diese steigende Tendenz an willkürlich erscheinenden Geschehnissen ist dennoch nicht weiter akzeptabel. Gegen einen besudelten Briefkasten als Beispiel wäre eine zeitgesteuerte Verriegelung der Briefklappe sinnvoll. Auch werden die Patrouillen des Sicherheitsdienstes keine Person davon abhalten, den Briefkasten zu einem anderen Zeitpunkt zu besudeln.
Zum Schluss zwei Appelle.
Liebe Kommiliton*Innen, bleibt zivilisiert. Stellt Euch selbst vor, Hausmeister beim reinigen eines mit Kot gefüllten Briefkastens zu sein.. Lecker, Gell?
Liebe Universität, das Motiv des Erlasses ist verständlich, die Vorgehensweise verbesserungswürdig. Neue Handlungsmöglichkeiten sollten geprüft werden, um den gewohnt liberalen Umgang auf einer der beliebtesten Lokalitäten in Gießen weiterhin bieten zu können.
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