Moderne Faschisten: Die "Autonomen Nationalisten"
Mittwoch, den 12. Januar 2011 um 16:13 Uhr
Moderne’ Faschisten:
Die „Autonomen Nationalisten“
Zum neuen Lifestyle in der extremen Rechten
Vortrag mit Stephan Schneider
Die extreme Rechte muss heute als ein vielschichtiges Phänomen beschrieben werden. Insbesondere seit dem Auftreten der sog. Freien Kameradschaften Mitte der 1990er hat sich sowohl die Organisationsstruktur, wie auch das Erscheinungsbild der neofaschistischen Szene über die Jahre verändert. Neben den Images der ‚ewiggestrigen’ Neonazis in traditionellen Kleidern und der Skinheadsubkultur, ist ein moderner Lifestyle mittlerweile fester Bestandteil des neofaschistischen Identitätsangebotes. Das Konzept der ‚Autonomen Nationalisten’, die sich sowohl bezüglich ihrer Kleidung, des Aktionsstils wie auch der Symboliken an der radikalen Linken orientieren, kennzeichnet diesen Wandel am deutlichsten: Sie tragen Basecaps, schwarze Kapuzenpullis und Baggy Pants, treten im Schwarzen Block auf und gerieren sich als Antikapitalisten, Revolutionäre und Sozialisten. Auf ihren Demonstrationen skandieren sie englischsprachige Parolen und ziehen US-Hardcore dem deutschen Liedermacher vor.
Der Verfassungsschutz musste im Jahr 2008 anerkennen, dass die ‚Autonomen Nationalisten’ in den letzten Jahren den stärksten Zulauf innerhalb der NS-Szene zu verzeichnen hatten. Auch im mittelhessischen Raum finden sich seit einiger Zeit zunehmend Anhänger dieses extrem rechten Lifestyles. Im Lahn-Dill-Kreis erwies sich bis Frühjahr 2010 eine Gruppe ‚Autonomer Nationalisten’ zeitweise gar als eine der aktivsten Gruppen der Szene in Hessen.
Der Referent Stephan Schneider wird sich in seinem Vortrag ganz dem Phänomen Autonome Nationalisten widmen. Vornehmlich stellt sich hierbei die Frage, ob die Autonomen Nationalisten für einen ideologischen Wandel innerhalb der NS-Szene stehen.
31. Januar 20 Uhr
Café Amélie
Walltorstr. 17, Gießen
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