Mahngang zur Erinnerung an die Reichspogromnacht am 9. November 2010
Montag, den 08. November 2010 um 17:13 Uhr
Am Morgen des 10. November 1938 wurden in Gießen, wie in vielen anderen Städten und Gemeinden in Deutschland, Synagogen, jüdische Geschäfte und Häuser durch Nazis und viele Anhänger niedergebrannt. Menschen wurden erschlagen, gejagt und ermordet. Die Bevölkerung sah weg oder klatschte Beifall und beteiligte sich an den Pogromen. Dieses dreitägige Pogrom, das von den Nazis zynisch Reichskristallnacht genannt wurde, war ein wichtiger Schritt zur Festigung der Macht der Faschisten.Die von den Nazis von langer Hand vorbereitete Aktion hatte zwei Ziele: Die ökonomische Ausplünderung der jüdischen Bevölkerung und die Einschüchterung von möglicher Opposition. Da Widerstand gegen dieses verbrecherische Vorgehen ausblieb, erwies sich dieses Pogrom als ein wesentlicher Schritt zur Festigung der faschistischen Diktatur. Es folgten der 2. Weltkrieg mit über 50 Millionen Toten und der Holocaust, die industrielle Massenvernichtung der jüdischen Bevölkerung Europas.
Wir rufen auf am 9. November 2010 auf die Straße zu gehen! Wir wollen den Opfern der Pogrome und des Holocaust gedenken und unsere Stimme gegen Neofaschismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit erheben.
Der Mahngang, der vom Bündnis gegen Rechts organisiert wurde, beginnt um 18 Uhr am Berliner Platz vor dem neuen Rathaus. Anschließend, um ca. 20.30 Uhr, wird im Café Amélie (Walltorstraße 17) der Film Professor Mamlock gezeigt.
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